Bier – Marke: Eigenbrau

Letzten Sommer braute ich gemeinsam mit einem Freund ein Bier. Um nichts zu riskieren entschieden wir uns dazu, es mit Hilfe eines Brausets anzugehen. Es war dieses Brauset von Amazon.
In der Anleitung wurden sämtliche Möglichkeiten der Zubereitung aufgelistet. Wir entschieden uns dafür, ein Bockbier zu brauen. Mit dem Begriff „Bockbier“ werden besonders alkoholhaltige Biere bezeichnet (5% bis 7%).
Ein sehr wichtiger Faktor für ein gutes Bier ist – richtig: das Wasser. Im industriellen Maßstab der Bierherstellung nutzt man hierbei eher weicheres Wasser, um keine Schäden an den Anlagen durch Kalkablagerungen zu riskieren.
In unserem Fall war es niederösterreichisches Wasser, dieses ist eher hart. Ein Beispiel für weiches Wasser wäre das Wiener Wasser, das auch als besonders qualitativ gilt.
Aller Anfang ist Bier
Das Mindestmaß für den Eigenbrau ist meines Erachtens nach 5 Liter und der Aufwand würde sich darunter auch nicht wirklich lohnen. Die Anleitung zielt auch auf die Zubereitung von insgesamt 5 Liter Bier ab.
Ein großer Topf war von Nöten, den ich mir glücklicherweise kostengünstig beschaffen konnte. Das Allerwichtigste bei der Bierbrauerei ist die Hygiene. Deshalb haben wir alle Werkzeuge als auch den Topf vorher heiß abgewaschen. Wird nicht sauber gearbeitet, dann kann das Bier einen unangenehmen säuerlichen Geschmack annehmen oder anderweitig ungenießbar sein.
Die Herstellung der Würze
Was die Würze angeht haben wir uns an die Anleitung gehalten, weitere Experimente werden aber sicher noch folgen. Wir waren in der glücklichen Lage, bereits ein fertiges Bierwürze-Konzentrat zur Verfügung zu haben.
Wir haben 370 Gramm des Bierwürze-Konzentrats mit 310 Gramm Haushaltszucker gemischt. Als Alternative für den Zucker kann auch Honig genommen werden. Mit der Zugabe des Zuckers spart man sich das lange, aufwändige Einmaischen [Prozess bei dem vergärbarer Zucker (=Maltose) für die Hefe entsteht]. Das Einmaischen läuft in verschiedenen Rasten ab und dauert bis zu einigen Stunden.
Weitere Informationen zur Würze
Das Bierwürze-Konzentrat enthält: Gerstenmalzextrakt und Hopfenextrakt
Die Hauptzutaten eines Bieres sind: Gerste und Hopfen. Die Gerste dient primär der Alkoholproduktion aber auch dem Geschmack. Hauptsächlich verantwortlich für den bitteren Geschmack des Bieres ist das Lupulin, dieses ist an den weiblichen Hopfendolden (Pflanze: Humulus Lupulus) in Form von gelben Kügelchen sichtbar. Das Lupulin ist gemeinsam mit dem enthaltenen Alkohol maßgeblich für die müde machende Wirkung des Bieres verantwortlich – es wird auch pharmazeutisch als mildes Beruhigungsmittel eingesetzt, etwa in Form von Hopfen-Tees oder Hopfen-Extrakten.
Reinheitsgebot
Das Reinheitsgebot im Jahr 1516, beschlossen von den bayrischen Herzögen Ludwig dem 5. und Wilhelm dem 4. besagte es, dass Bier nur mit Gerste, Hopfen und Malz gebraut werden darf – unser Homebrew wäre in diesem Punkt jedenfalls nicht dem Reinheitsgebot entsprechend. Zudem durften dem Bier Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) oder andere giftige Kräuter nicht mehr beigemengt werden.
Einmaischen oder eher: Einkochen
Bevor man weitermacht kann sollte man 2 Liter Wasser abkochen und auf 80 °C bis 70 °C abkühlen lassen. Die vorher angefertigte Mischung aus Bierwürze-Konzentrat und Haushaltszucker wird im Topf den 2 Litern Wasser zugefügt und darin aufgelöst.
Es sollte sichergestellt werden, dass sich auch wirklich alles auflöst und nichts am Boden des Topfes anhaftet. Dafür sollte ausreichend lange umgerührt werden – in unserem Fall: mit einem Kochlöffel (und nicht wie von der Anleitung empfohlen mit einem Schneebesen).
Ab ins Fass
Nun füllt man die 2 Liter des „eingekochten“ Resultats in das Braufass. Dem Braufass werden zudem weitere 3 Liter abgekochtes Wasser zugefügt. – Die Flüssigkeit in dem Fass sollte jetzt stehen gelassen werden bis sie auf 30 °C abgekühlt ist.
Der Star der Gärung
Jetzt tritt der Star der Gärung auf die Bühne: die Hefe. Sie wird in einem Kaffeehäferl mit ca. 250 mL oder etwas mehr bei einer Temperatur von 30 °C angesetzt. Man sollte die Mischung vorsichtig umrühren und die Hefe noch 15 Minuten quellen lassen – anschließend kann sie dem Braufass zugeführt werden. Das Braufass wird mit dem Deckel verschlossen und anschließend steckt man das bis zur Hälfte mit Wasser gefüllte Gärröhrchen darauf.
Wir haben es dann ca. 8 Tage stehen gelassen und dann noch für die Nachgärung 300 mL Wasser in denen 80g Zucker gelöst sind hinzugefügt und es weitere 4 Tage gären lassen.
Und ein fertiges Bier
Nun füllten wir das Bier in Flaschen ab, die wir vorher gründlich ausgewaschen haben. Für die Abfüllung empfehlen sich vor allem Flaschen mit Klappdeckel aber auch gewöhnliche Flaschen können mit dem richtigen Werkzeug verschlossen werden.
Damit alle Flaschen einen annährend gleichen Geschmack haben, sollte man immer je einen Schöpfer pro Flasche zugeben und das nach und nach bis alle Flaschen gefüllt sind. Zudem ist darauf zu achten, dass die Hefe bei der Abfüllung nicht aufgewirbelt werden sollte !
Der Geschmack des Bieres war unserer Meinung nach ziemlich gut dafür, dass es unser erstes Bier war und das Feedback der anderen war auch überraschend gut. Ein Gerät zum Messen des Alkoholgehaltes hatten wir leider nicht zur Hand. Dieser hätte mich interessiert, da es mir vorkam, als seien es weitaus mehr als 7%.
Schlusswort
Bei dem Link zu dem Brauset handelt es sich weder um einen Affiliate-Link, noch um eine Produktplatzierung.
Hätte ich damals schon gewusst, dass ich einmal einen Blog betreiben werde, hätte ich das Resultat und alles besser dokumentiert – Vergangenheits-Martin, wieso hast du das nicht getan? ? Das höchste der Gefühle der bildlichen Dokumentation ist daher das Titelbild dieses Beitrags. Diese Anleitung dient nicht dem professionellen Homebrew, es war mein erster „Homebrew“. Sollte jemand etwas ergänzend hinzufügen wollen, dann kann er/sie das gerne in den Kommentaren kund tun. Für Anregungen in den Kommentaren bin ich auch offen – Bis dann ?
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