Tabakanbau: Eine Dokumentation

Wie ich in meinem ersten Beitrag bereits erwähnte habe ich vor ein paar Jahren Tabak angebaut. In einem gewissen Maße wurde der Anbau bereits mit Bildern auf Instagram dokumentiert, doch die Bilder allein sind nicht sehr aufschlussreich und ich dachte, es wäre besser, die Bilder zu kommentieren.
Was baute ich an? – Die Sorte Nicotiana tabacum var. Virginia
Diese Sorte zählt zwar eher zu den schwächeren Tabaksorten. Ein Beispiel für eine Tabaksorte mit einem hohen Nikotingehalt wäre der Bauerntabak (Nicotiana rustica), welcher vermehrt in Polen oder auch in Russland kultiviert wird.
Der Anfang
Alles startete im Jahr 2017 als ich in einem Gartencenter bei der Auswahl meines Saatguts für die Saison über die Bezeichnung „Rauchtabak“ gestolpert bin. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass die auf der Verpackung abgebildete Pflanze nicht ästhetisch gefunden habe. Auf der Rückseite habe ich dann gelesen, dass der Anbau von Tabak in Österreich erlaubt ist. So soll man bis zu 99 Pflanzen steuerfrei anbauen dürfen. Aber nicht so wichtig, eine oder wenige Pflanzen würden mir sowieso als Zierde reichen.
Die Anzucht
Ich streute die Samen anfangs auf ein bisschen Erde und befeuchtete diese. Die Samen sollten wenn dann nur sehr leicht oder nicht bedeckt werden, da Tabak ein Lichtkeimer ist. Es dauerte nur ca. eine Woche und schon waren die ersten kleinen Pflänzchen sichtbar.
Die kleinen Pflänzchen sollten allerdings ab einer gewissen Größe pikiert (=vereinzelt) werden, damit sie sich weiterentwickeln können. Die Pikierung erfolgte meiner Erinnerung nach in etwa nach 2 Wochen.
Für die weitere Anzucht empfiehlt sich eine Anzuchtplatte. Diese ist meist bei dem Gartencenter des Vertrauens oder auch bei Amazon erhältlich.
Kleinere Pflanzen
In etwa nach 3 Wochen wurde aus einen Anfangs kleinen Baby ? eine Pflanze dieser Größe. Das Blatt hatte eine Länge von in etwa 5 cm. In dieser Größe werden vorgezogene Tabakpflanzen auch meist verkauft. In dem Gartencenter, in das ich gehe, waren diese Pflanzen nie erhältlich, jedoch bieten spezielle Online-Shops verschiedenste Sorten vorgezogener Pflänzchen samt Versand an.
Mittlere Größe
Das nächste Bild zeigt einen anderen Tabakanbau, jedoch auch ein weiteres Stadium der Pflanze. Diesmal unter Kunstlicht, da dieser Anbau im Winter stattfand und aufgrund der Lichtbedingungen in unseren Breiten zu dieser Jahreszeit nicht anders möglich gewesen wäre. Zudem ist anzumerken, dass es sich bei dem anderen Anbau um eine Nicotiana tabacum var. Rustica gehandelt hat. In diesem Stadium gibt es jedoch kaum bis keine optischen Unterschiede zu der Sorte „Virginia“.
Ziemlich ausgewachsen
Aus Platzgründen war dieses das letzte Stadium des Indoor-Anbaus. Die unteren Blätter hatten bereits eine Länge von in etwa 40 cm und die Größe des Topfes reichte kaum noch dazu aus, dass sich die Pflanze weiterentwickeln konnte.
Ausgewachsen
Jetzt springe ich zu einem anderen Anbau. In diesem Beitrag wird der Anbau sozusagen Outdoor „fortgesetzt“. Hier sieht man die Tabakpflanze in einem größeren Stadium. Ab einer entsprechenden Höhe, welche man meist eher gefühlsmäßig einschätzt [ich würde sagen ab 40 cm Höhe in etwa] sind Düngergaben möglich. Die Tabakpflanze braucht für ein gutes Wachstum einen möglichst stickstoffreichen (!) Boden. Vorher mit Humus angereicherter Boden wäre vermutlich auch genug, jedoch habe ich es damit bis dato noch nicht probiert. Zum Düngen kann man einen Paradeiserdünger (Paradeiser = österreichischer Begriff für „Tomate“ ?) nehmen und diesen je nach Anleitung verabreichen. In meinem Fall war es alle 2 Wochen Düngen mit der Angabe wie viele Verschlusskappen auf x Liter Wasser gegeben werden sollten.
Es ist auch wichtig zu betonen, dass die Tabakpflanze einen hohen Wasserbedarf hat. Die Pflanze sollte zudem, wenn möglich windgeschützt stehen.
Wenn man alles richtig gemacht hat, kann man sich später der schönen Blüte der Virginia und einer allgemein schönen Pflanze erfreuen ? Ich habe leider keine Vollbildaufnahme meiner damaligen Pflanze gefunden.
Weitere Informationen
Der Gebrauch von Tabak als Genussmittel ist erwiesenermaßen gesundheitsschädlich und stark suchterzeugend. Falls sich jemand dennoch über die mögliche weitere Prozedur informieren möchte, schreibe ich hier noch ein paar Zeilen dazu.

Manche sagen, der perfekte Erntezeitpunkt ist, wenn die unteren Blätter leicht gelb werden. Die Blätter lassen sich leicht von der Pflanze trennen und die Pflanze kann schritt für schritt abgeerntet werden. Die obersten Teile der Pflanze sind am nikotinreichsten, die unteren hingegen können z.B. als Rollblätter für Zigarren Einsatz finden. Möchte man die Pflanze für die Verwendung als Rauchtabak kultivieren, sollten zudem die Blütenansätze sobald sie sich zeigen abgebrochen werden, da diese den Nikotingehalt der Pflanze schmälern können.
Die weiteren Verfahren wären Trocknung und Fermentation.
Ich würde den Schwierigkeitsgrad des Tabakanbaus mit dem der Kultivierung von Tomaten vergleichen.
Schlusswort
Das war mein Beitrag zu dem Anbau von Tabak. Ich habe mir gedacht, es wäre einmal interessant über diese alte und teilweise immer noch präsente Kulturpflanze zu schreiben, obwohl der industrielle Tabakanbau hierzulande als auch in Deutschland langsam, aber sicher sein Ende findet. Für Anregungen in den Kommentaren bin ich offen – Bis bald ?
2 Antworten
[…] wie bei meinem Beitrag über den Anbau von Tabak dachte ich mir, dass die Dokumentation auf Instagram nicht ausführlich genug war und dass eine […]
[…] habe bereits einen Artikel zum Thema “Tabak” verfasst und dachte mir, ich könnte einmal über die Konsumformen […]