Pilzbau: Austernseitling

Ebenso wie bei meinem Beitrag über den Anbau von Tabak dachte ich mir, dass die Dokumentation auf Instagram nicht ausführlich genug war und dass eine Reihe zu dem Austernseitling vielleicht für den ein oder anderen interessant wäre.
Austernseitling (Pleurots ostreatus)
Mein allererster Anbau von Pilzen war der eines Austernseitlings. Wie es sich für einen Anfänger gehört habe ich mir hierfür ein vorgezogenes Myzel genommen, um nicht bereits am Anfang enttäuscht zu werden ? Meine einzige Aufgabe war die Fruchtung.

Hierfür habe ich das Myzel meiner Erinnerung nach wie in der Anleitung damals beschrieben einige Stunden in eiskaltes Wasser gelegt und den Plastikbeutel danach X-förmig aufgeschnitten. In einer Pilzbau-Gruppe auf Facebook habe ich auch davon gelesen, dass das Myzel, um die Fruchtung einzuleiten kühleren Temperaturen ausgesetzt werden muss. – Voraussetzung, um das Myzel „in die Fruchtung zu schicken“ ist jedoch, dass das Substrat bereits sehr gut von dem Myzel durchwachsen ist !
Die ersten kleinen Fruchtkörper
Nach nur ca. 7 Tagen war es so weit: die ersten kleinen Fruchtkörper kamen zum Vorschein (Bild links). Das rechte Bild zeigt die etwas größeren Fruchtkörper, soweit ich mich erinnern kann 3-4 Tage später.
Es gibt ja einen Witz über Schnecken und Pilze. Dieser wurde für mich nachdem die kleinen Fruchtkörper aufgetaucht sind nach und nach Realität ?
Es treffen sich zwei Schnecken im Wald. Eine der beiden ist total zerschrammt im Gesicht. Fragt die eine: „Was hast du denn angestellt?!“ Sagt die andere: „Ich mit Vollgas durch den Wald, schießt da plötzlich vor mir ein Pilz aus dem Boden! Da hab ich nicht mehr bremsen können.“
meck-pomm-hits.de
Aus den „Fruchtkörperchen“ werden Fruchtkörper
Es dauerte maximal 3 Tage, bis stattliche Fruchtkörper entstanden. In diesem Stadium sah ich bereits nach wenigen Stunden Abwesenheit merkliche Änderungen an den Fruchtkörpern, welche ich bildlich besser hätte dokumentieren sollen.
Ziemlich fertig
Bis zu dem folgenden Bild dauerte es soweit ich mich erinnern kann noch maximal 2 Tage lang.
Ich wartete anschließend noch ca. 1-2 Tage. Dann erntete ich die Fruchtkörper und machte mir Spaghetti mit Sauce und Austernseitlingen ?
Anmerkungen
Das Temperaturoptimum des Austernseitlings liegt bei ca. 24 °C. Um die Fruchtung einzuleiten sollte man ihn kühler stellen – die optimale Temperatur, um die Fruchtung einzuleiten beträgt 15 °C (betrifft den Anbau mit Körnerbrut). Bei dem Anbau mit der Pilzzuchtkultur wird das kühl stellen meist am Anfang gemacht (wie bei meiner Kultur: am Anfang länger in kaltes Wasser tauchen). Für den Erhalt der Feuchtigkeit empfiehlt es sich, den Pilz in eine Art Mini-Glashaus zu geben. Dieses sollte jedoch oben mindestens einen größeren Spalt offen sein – regelmäßiges ansprühen mit Wasser ist auch angesagt.
Nach der ersten Fruchtung sollte man das Pilzmyzel nicht gleich auf den Müll werfen, mehrere Erntewellen sind möglich.
Der professionelle At-Home-Pilzbauer würde mich für den Rat mit dem Mini-Gewächshaus rügen; ganz richtig würde man mit einem richtigen Pilzgewächshaus arbeiten: Link zum Pilzgewächshaus (KEINE Produktplatzierung). Dort können die richtigen CO2-Werte für den Pilz eher gewährleistet werden als in einem Zimmergewächshaus für Pflanzen, wie ich es damals praktizierte.
Link zu meiner damals verwendeten Pilzzuchtkultur
Ich habe meine damalige Pilzzuchtkultur auf Amazon gefunden, jedoch ist sie derzeit nicht verfügbar: Link zur Pilzzuchtkultur. Allerdings habe ich 2 Alternativen gefunden: Alternative 1; Alternative 2 (eignet sich eher für den Garten). – (KEINE Produktplatzierungen oder Affiliatelinks)
Schlusswort
Das war der Artikel zu meinem ersten Pilzbau. Ich habe mittlerweile ein paar Versuche des Anbaus hinter mit, auch etliche die scheiterten muss ich zugeben. Falls jemand etwas ergänzen möchte, so bin ich für Kommentare offen. Für sonstiges Feedback in den Kommentaren bin ich auch offen – Bis dann ?
Sehr gut und verständlich auch für den Laien erklärt. Dankeschön :). Maria Strasser